Donau Soja für österreichische Legehennen

Vor dem Hintergrund der großen „Eiweiß-Lücke“ in Europa und der zunehmenden Besorgnis der Bevölkerung hinsichtlich der vom Menschen gemachten Klimaveränderung ist Soja auch zu einem zentralen Thema für die österreichische Landwirtschaft und die heimische Lebensmittelproduktion geworden: Rund 600.000 Tonnen Sojaschrot pro Jahr liefern das für die Tierfütterung essentielle Eiweiß. Rund 100.000 Tonnen (des österreichischen Sojas) werden direkt zu Lebensmitteln verarbeitet.

Obwohl Österreich mit einem in den letzten Jahren rasant steigenden Sojaanbau zum fünftgrößten Sojaproduzenten in der EU aufgestiegen ist, stammen lediglich 25 % der in Österreich benötigten Soja aus dem Inland. Der Löwenanteil – rund 400.000 Tonnen Sojaschrot und 100.000 Tonnen Sojabohnen – werden importiert, großteils aus Südamerika.

Damit liegt ein großer Teil der Wertschöpfung in der heimischen Eiweißversorgung außerhalb Österreichs. Ein Trend, der europaweit derselbe ist: Auf rund 12 Mio. ha in Nord- und Südamerika werden Sojabohnen ausschließlich für den europäischen Bedarf angebaut – mit einem Gesamt-Import von rund 19 Mio. Tonnen Sojaschrot und 15 Mio. Tonnen Sojabohnen pro Jahr.
So wird nicht nur die große Abhängigkeit von Soja-Importen zur zentralen Herausforderung für Europa; auch beim Thema Klimaschutz hat der Soja-Import eine hohe Relevanz.

Initiative Donau Soja

Um dieser Herausforderung wirkungsvoll zu begegnen, wurde in Österreich die Organisation Donau Soja gegründet: Die als Verein organisierte Plattform fördert den Anbau von Qualitätssoja in der Donauregion– als Basis für eine qualitativ hochwertige, herkunftsgesicherte und Gentechnik-freie Futtermittelproduktion und als wichtiger Beitrag für eine eigenständige europäische Eiweißversorgung.
Das Potential dafür ist beachtlich: Laut Schätzungen kann der Soja-Anbau im Donauraum in den nächsten Jahren auf rund 6 Mio. ha ausgeweitet werden.
Aber auch abseits der Chancen für eine Europäisierung der Eiweißversorgung erschließt das Projekt vielfältiges Potential: Für die regionale Stärkung des Donauraumes durch Investitionen in den Anbau von Qualitätssoja ebenso wie für den Ausbau der Donau als Versorgungsader Europas. Auch der für die Wertschöpfungskette notwendige Ausbau der Infrastruktur bietet der Region interessante ökonomische Perspektiven. (lt. Verein Donau Soja)

Aus Sicht der ZAG

Die Österreichische Geflügelwirtschaft hat sich im letzten Jahrzehnt im Sinn der Konsumenten, im Sinn der Tierhalter aber auch im Sinn der Tiere sehr positiv entwickelt. Der Ausstieg aus der Käfighaltung wurde erfolgreich gemeistert. Wir halten heute in Österreich deutlich mehr Legehennen als vor zehn Jahren und können Österreich zu etwas 90% selbst mit Eiern versorgen.
Das Österreichische Programm zur Bekämpfung der Salmonellen ist eines der erfolgreichsten in ganz Europa. Wir haben Versicherungslösungen gegen Tierkrankheiten, die den Tierhaltern im Ernstfall Absicherung bieten und bestmöglich sicherstellen, dass nur einwandfreie Eier auf den Markt gelangen.

2010 sind die Legehennen Halter bereits komplett aus der Verfütterung von gentechnikverändertem Futter ausgestiegen. Die Umstellung der Fütterung auf europäisches Soja aus den Donau Soja Programm im Jahr 2014 war eine neue große Herausforderung. Warum? – Die Futtermischungen mussten so umgestellt werden, dass die Tiere weiterhin eine optimale Nährstoffversorgung vorfinden. Der in den verschiedenen Regionen Europas erzeugte Soja hat unterschiedlich hohe Rohproteingehalte, der Homogenisierung der Ware sowie der Qualitätssicherung entlang der Kette kommt also große Bedeutung zu.

Die Inhaltsstoffe liegen in einem anderen Mengenverhältnis vor, auch das Aminosäurenmuster ist ein anderes als bei Ware aus Übersee. Das stellt gerade Tierhalter, die das Futter selber mischen und hofeigene Futtermittel zumischen wollen vor entsprechende Herausforderungen. Viel an Beratungsarbeit wurde geleistet, gute Lösungen wurden gefunden um die Tiere ausgewogen zu ernähren und sicher zu stellen, dass die Gesundheit der Tiere aber auch die, aus wirtschaftlicher Sicht, wichtige Legeleistung der Hennen nicht leidet.

Faktum ist, dass die Österreichische Geflügelwirtschaft mit dem Projekt einen sehr wesentlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt leistet. Schließlich werden heute für die Fütterung der österreichischen Legehennen rund 50.000 Tonnen Soja weniger über den Seeweg nach Europa transportiert. Wir wünschen uns, dass diese Leistungen von den Konsumenten gesehen und auch honoriert werden.

Quellen

Weitere Informationen finden Sie unter:

für Produzenten:
www.donausoja.org
Für Konsumenten:
www.donausoja.at