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Freitag, 22. Februar 2013

Österreichs Bauern fordern bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln mit Eieranteil

Die österreichischen Legehennenhalter stiegen Ende 2008 vorzeitig aus der konventionellen Käfighaltung aus. Im Rückblick zieht die heimische Branche nun eine positive Bilanz: "Die Umstellung auf alternative Haltungsformen wurde von den betroffenen Bauern erfolgreich  bewältigt", so DI Michael Wurzer, Geschäftsführer der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG). Mit dem Umstieg konnte das Vertrauen der Österreicherinnen und Österreicher in die heimische Eierproduktion gesteigert werden. Mittlerweise stammen 95 Prozent aller im Handel vermarkteten Frischeier aus kontrollierter, gentechnikfreier heimischer Produktion und sind mit dem AMA Gütezeichen ausgezeichnet. Und auch die Zahl der in Österreich gehaltenen Legehennen ist dadurch gestiegen.

Österreichische Frischeier: Vorbildliche Kennzeichnung

Bei Frischeiern gibt es in Österreich ein europaweit beispielhaftes System der Rückverfolgung der Eier vom Erzeugerbetrieb bis zum Handel. Legehennenhalter sind hierzulande -  im Gegensatz zu anderen EU Ländern - verpflichtet, die Eier noch am Erzeugerbetrieb zu kennzeichnen. Auf jedem Ei kann so die Herkunft und die Haltungsform der Tiere genau festgestellt werden. Behörden und Kontrollorgane von Gütezeichenbetreibern kontrollieren dies regelmäßig.

Deutlich anders sieht hingegen die Situation bei Lebensmitteln aus, die Eier enthalten. Bei Nudeln, Kuchen und Co. verrät die verpflichtende Produktbeschreibung nur, dass ein bestimmter Anteil an Eiern verarbeitet wurde, doch weder die Herkunft der Eier noch die Haltungsform der Hühner müssen angegeben werden, kritisiert die heimische Geflügelwirtschaft.

Nachholbedarf bei Verarbeitungsprodukten

Der überwiegende Anteil der aus dem Ausland für die Lebensmittelproduktion importierten Eier und Eiprodukte stammt aus der Käfighaltung. Selbst in der EU, wo seit mehr als einem Jahr nicht ausgestaltete Käfige - ohne Funktionsbereiche - verboten sind,  lebt nach Schätzungen der ZAG noch jede zehnte Legehenne in einem alten, inzwischen verbotenen, Käfig - das entspricht mehr als 30 Mio. Tieren. Hinzu kommt, dass das in der Lebensmittelproduktion verwendete Flüssig- und Trockenei oft über sehr weitere Strecken transportiert wird, was eine zusätzliche Umweltbelastung darstellt.

"Die Konsumenten sollten darüber informiert werden und dann frei entscheiden, zu welchem Produkt sie greifen wollen", fordert Bgm. Franz Karlhuber, Obmann des Landesverbandes der landwirtschaftlichen Geflügelwirtschaft Oberösterreich. "Die aktuelle Diskussion rund um die Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit der Zutaten von verarbeiteten Lebensmitteln  zeigt deutlich, dass hier Nachholbedarf besteht", so Karlhuber.

Bessere Kennzeichnung auch bei verarbeiteten Lebensmitteln gefordert

"Wir möchten zeigen, was wir in den letzten Jahren geleistet haben", betont der Obmann der ZAG, ÖkR Franz Schrall. "Ohne eine verpflichtende Kennzeichnung auf allen Lebensmitteln, wo - ähnlich wie bei Frischeiern - Herkunft und Haltungsform angegeben werden, wird uns das nicht gelingen, denn dann zählt in der Vermarktung nur der Preis. Wir sind der Meinung, dass sich heimische Konsumenten deutlich mehr Ehrlichkeit verdienen", so der ZAG-Obmann abschließend.

Rückfragehinweis:

DI Michael Wurzer
ZAG ? Zentrale Arbeitsgemeinschaft
der Österreichischen Geflügelwirtschaft
E-Mail: wurzer(at)zag-online.at
Telefon: +43-1-334 17 21 - 60