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Freitag, 14. April 2017

Plank: Herkunft kennzeichnen - Sichere Ostereier mit dem Österreichpaket

Bestbieterprinzip und "Gut zu wissen" gehören zusammen

235 Eier essen die Österreicher durchschnittlich im Jahr. Allein um Ostern werden 70 Mio. Stück verspeit - ein Zehntel des Jahresverbrauchs. In der Österreichischen Eierdatenbank (www.eierdatenbank.at) werden die Warenströme tagesaktuell dokumentiert, die Verbraucher können mit dem "Quick-Egg-Check" die Herkunft von jedem Eies sowie die Haltungsform nachsehen - seit Kurzem auch auf mobilen Geräten. "Das bringt den Konsumenten einen klaren Mehrwert hinsichtlich Nachvollziehbarkeit sowie Transparenz und schafft Vertrauen", erklärte Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, heute bei einer Pressekonferenz in Wien. Allein um Ostern 2016 haben 360.000 Konsumenten diese Möglichkeit genutzt. Wo sie es nicht können, wie in der Gemeinschaftsverpflegung, will die Initiative "Gut zu wissen" (www.gutzuwissen.co.at) der LK Österreich für die notwendige Transparenz sorgen, fügte Generalsekretär Josef Plank hinzu.

Plank: Bestbieterprinzip und "Gut zu wissen" gehören zusammen

"Die österreichischen Bürger beschäftigen sich immer mehr mit ihrem Essen. Sie ernähren sich bewusster und wollen auch wissen, woher die Lebensmittel, die sie zu sich nehmen, kommen und wie diese erzeugt werden. Während sie im Lebensmittelhandel die bewusste Entscheidungsmöglichkeit für den Kauf eines heimischen Qualitätsproduktes haben, bleibt ihnen diese in Kantinen, Mensen, Schulen, Spitälern, Altenheimen, et cetera bislang verwehrt. Die öffentliche Hand trägt hier aber große Verantwortung, indem sie mit dem neu verabschiedeten 'Bestbieterprinzip' nicht nur Standards für die öffentliche Beschaffung vorgibt, sondern sich selbst auch an diese Normen halten sollte", forderte Plank die Auslobung von Eiern und Fleisch in diesen Einrichtungen.

Plank sieht in dieser Transparenz "ein Zeichen von Fairness, denn unsere Legehennenhalter haben sich auf die Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich Haltungsform, Tierwohl sowie Fütterung eingestellt und in den vergangenen Jahren als vertrauensstiftende Antwort darauf rund 100 Mio. Euro investiert, um die Geflügelhaltung noch tiergerechter zu gestalten". So hat Österreich freiwillig drei Jahre vor dem EU-weiten Käfigverbot mit Jahresbeginn 2012 die konventionelle Käfighaltung untersagt. Auch der Antibiotikaeinsatz wurde in vier Jahren um 40% verringert - in Summe wird in österreichischen Hühnerställen die geringste Antibiotikamenge der EU eingesetzt. "Diese Qualität hat ihren Preis und die heimischen Geflügelbauern verlangen daher einen fairen Wettbewerb auf Augenhöhe durch die Herkunftskennzeichnung, die Transparenz bietet und dem Verbraucher ermöglicht, ganz bewusst zu einem heimischen Ei oder Eiprodukt zu greifen", so Plank. "So gesehen, gehören das Bestbieterprinzip und 'Gut zu wissen' einfach zusammen."

Das Österreichpaket gibt Sicherheit

Dass österreichische Eier hinsichtlich ihrer Qualität nicht mit ausländischen zu vergleichen sind, darauf verwies der Obmann der Erzeugergemeinschaft Frischei, Franz Kirchweger. "Unsere kleinstrukturierten Legehennenbetriebe erzeugen unter Einhaltung zahlreicher Produktionsstandards, die höhere Qualität, mehr Sicherheit und Tierschutz bieten. Im Rahmen des AMA-Gütesiegels haben die Konsumenten größtmögliche Sicherheit durch Richtlinien, die noch weit über die vorgeschriebenen Gesetze hinausgehen", betonte Kirchweger. Das sei Teil des Österreichpakets, das darüber hinaus die Fütterung mit gentechnikfreiem Futter seit August 2010 und seit November von ausschließlich europäischem gvo-freiem Soja beinhaltet, was zum Klimaschutz beiträgt. Sämtliche Qualitätsvorgaben werden regelmäßig von unabhängigen Kontrollstellen überprüft.

4 Euro pro Monat für Eier

1,8 Mrd. Eier legen Österreichs 6,6 Mio. Hennen jährlich. Damit wird die heimische Nachfrage zu 86% gedeckt. Die Steiermark ist mit 365 AMA-Gütesiegel-Betrieben das produktionsstärkste Bundesland, gefolgt von Niederösterreich (109 Legehennenhaltern) und Oberösterreich (106).

4 Euro pro Monat gibt ein heimischer Haushalt durchschnittlich für Eier aus. 2016 wurden insgesamt 707 Mio. Frischeier im Wert von 176 Mio. Euro gekauft. Davon 80% im Lebensmittelhandel, der Rest über alternative Bezugsquellen wie Ab-Hof-Verkauf oder Zustellung. Besonders beliebt sind sie in der Direktvermarktung, wo sie zur umsatzstärksten Warengruppe gehören. Fast die Hälfte aller Eier wird bei Diskontern gekauft. Den Löwenanteil nach Haltungsformen nimmt mengenmäßig die Bodenhaltung (65%) ein, 23% entfallen auf Freiland-, knapp 12% auf Biohaltung. Wertmäßig beträgt der Bioanteil 20% - Tendenz steigend.

Preislich sind Eier über die vergangenen Jahre konstant geblieben:

  • ein Bioei kostete 2016 im Schnitt 41 Cent (2012: 36 Cent)
  • eines aus Freilandhaltung 30 Cent (29 Cent)
  • aus Bodenhaltung 20 Cent (20 Cent)

Ostereier mit AMA-Gütesiegel

Die hohen Qualitätskriterien für Frischeier sind in einer AMA-Gütesiegel-Richtlinie genau definiert. Auch für Ostereier gibt es strenge AMA-Standards. Die Haltungsform muss auf der Osterei-Verpackung angegeben werden - die Färbereien werden mehrmals pro Saison kontrolliert. Auch zum Färben werden ausschließlich lebensmittelechte, im Zulassungsverfahren streng geprüfte Farben verwendet.

"Durch das verstärkte Bewusstsein der Verbraucher bei Frischeiern erwarten wir uns künftig auch ein größeres Interesse für die verwendeten Rohstoffe in verarbeiteten Produkten", erklärte AMA-Marketing-Geschäftsführer Blass abschließend.