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Dienstag, 03. Dezember 2019

Charta für partnerschaftliche Interessenvertretung

Mindestens 30% Frauenanteil in allen land- und forstwirtschaftlichen Entscheidungsgremien und Führungsebenen ist das erklärte Ziel der im April 2017 auf Initiative der ARGE Österreichische Bäuerinnen gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich ins Leben gerufenen "Charta für partnerschaftliche Interessenvertretung in der Land- und Forstwirtschaft".

Inzwischen haben sich zehn weitere landwirtschaftliche Verbände und Organisationen der Verpflichtung für eine partnerschaftliche Gestaltung und Führung angeschlossen. Im feierlichen Rahmen des Festsaals der LK Österreich in Wien haben die Charta nun auch der Waldverband Österreich, der Österreichische Weinbauverband, die ARGE Meister, BIO AUSTRIA, Green Care Österreich, der Verband österreichischer Schweinebauern (VÖS), der Österreichische Bundesverband für Schafe und Ziegen (ÖBSZ) sowie die Zentralen Arbeits-gemeinschaften der österreichischen Rinderzüchter (ZAR), der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) und der Pferdezüchter (ZAP) unterzeichnet.
 
"Noch immer sind Frauen in Entscheidungsgremien und auf Führungsebenen in der Land- und Forstwirtschaft deutlich unterrepräsentiert. Mit der Charta wollen wir den Frauenanteil in leitenden Funktionen gezielt erhöhen und einen wichtigen Schritt für das langfristige Ziel der Geschlechterparität setzen. Künftig sollen in allen agrarischen Organisationen und Verbänden mehr Bäuerinnen mitreden und mitentscheiden können. Eine ausgewogenere Verteilung der Geschlechter eröffnet neue Perspektiven, fördert Kreativität und Innovationen sowie gute Ergebnisse", unterstreicht Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann.
 
"Unsere Bäuerinnen sind das stabile Fundament unserer heimischen Familienbetriebe und geben gleichzeitig wertvolle, innovative Impulse. Heutzutage sorgen sie vielfach nicht nur für ein intaktes Familienleben - von der Kinderbetreuung bis zur Pflege, sondern stellen auch erfolgreiche und gut ausgebildete Unternehmerinnen dar. Außerdem sind gerade sie es, die mit vollem Einsatz und ehrenamtlich den Dialog mit den Konsumentinnen und Konsumenten führen und das gegenseitige Verständnis fördern. Durch ihr Engagement verfügen Bäuerinnen bzw. Frauen oft über ein enormes Wissen bzw. Erfahrungen, von denen jede landwirtschaftliche Organisation bzw. Berufsvertretung enorm profitieren kann - und das auf allen Ebenen", betont LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger. "Untersuchungen zeigen klar auf, dass sich ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis äußerst positiv auf den Erfolg von Unternehmen oder anderen Einrichtungen auswirkt. Und ich halte es für wichtig, dass sich all jene Gruppen, die in der tatsächlichen Landwirtschaft zu finden sind, auch in den Berufsvertretungen widerspiegeln. Die Charta ist somit ein entscheidender Schritt, um dieses Miteinander auf Augenhöhe zu verstärken. Gemeinsam sind wir dran, diese Initiative mit Leben zu erfüllen und noch mehr Bäuerinnen bzw. Frauen zu finden, die bereit sind, Führungsverantwortung zu übernehmen, und ihnen entsprechende Möglichkeiten dafür zu bieten."
 
Aus Sicht der ZAG:
Gerade in der Geflügelwirtschaft kümmern sich überdurchschnittlich viele Frauen um die Tierhaltung und ebenso um die Vermarktung von Eiern & Geflügel. Oft waren es Frauen, die heute sehr bekannte Unternehmen wie die Firmen Wech, die Firma Huber´s Landhendl oder die Fa. Titz sehr erfolgreich aufgebaut haben. Junge dynamische Frauen bestimmen auch an den Packstellen Schlögl und Poringer die Geschicke Ihrer Unternehmen. In der beruflichen Interessenvertretung finden sich allerdings leider sehr wenige Frauen. Wir freuen uns die Obfrau der Österreichischen Weidegans, Heidi Hebesberger nun im ZAG Vorstand begrüßen zu dürfen. Frauen können nicht immer alles besser als Männer, bringen aber viele neue Sichtweisen und Ideen in die Geflügelwirtschaft ein, die es gilt gemeinsam und vielfältig weiter zu entwickeln.

 

Copyright: LKÖ/Whirlphoto