Pressearchiv
Geflügelwirtschaft fordert sachliche Darstellung der Erzeugerpreise
Wien - Die österreichische Geflügelwirtschaft fordert im Hinblick auf das von der Wettbewerbskommission (WBK) veröffentlichte Gutachten über die Ursachen der Lebensmittel-Preissteigerungen eine breite und sachliche Darstellung der Erzeugerpreise. "Im europäischen Vergleich produzieren die österreichischen Geflügelhalter auf kleinen Betrieben mit sehr hohen veterinär- und lebensmittel-rechtlichen Auflagen. Die heimischen Produktionsbedingungen sind auch nicht zu vergleichen mit Ländern, die einen direkten Zugang zum Meer haben, wo über Hochseeschiffe das kostenmäßig bedeutendste Betriebsmittel Tierfutter weit günstiger bezogen werden kann", betonte die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) in einer Aussendung.
Die im Kommissionsbericht zitierten Bio-Eier haben sich demnach in den letzten Jahren als erfolgreichstes Bio-Produkt im österreichischen Lebensmittelhandel etabliert. Auf rund 5.000 heimischen Betrieben werden ca. 450.000 Bio-Legehennen gehalten, schätzt Bio Austria. "Die stark gestiegenen Futterkosten haben die Produzenten im November des Vorjahres gezwungen, eine Erzeugerpreiserhöhung von 3,7 Cent zu fordern. Ähnliche Preiserhöhungen waren auch bei Eiern aus anderen Haltungsformen erforderlich. Der Preis, den ein Bauer für ein Bio-Freilandei erhält, liegt derzeit bei ca. 17 Cent", teilte die ZAG mit.
Verpflichtende Ei-Kennzeichnung bei Verarbeitungsprodukten gefordert
"Bei Frischeiern im Handel ist österreichische Qualität aus Boden-, Biofreiland- und Freilandhaltung jedenfalls sehr gefragt", berichtete ZAG-Obmann Franz Schrall. Nicht umsonst finde der Konsument in den heimischen Verkaufsregalen fast ausschließlich Eier aus Österreich.
Anders sei die Situation in der Gastronomie und bei Verarbeitungsprodukten, wo laut Schrall überwiegend Eier von Legehennen in Käfighaltung verwendet werden. Da diese ab 2009 in Österreich jedoch verboten ist, befürchtet die ZAG, dass diese "versteckten Eier", die immerhin fast 50% des Ei-Verbrauchs in Österreich ausmachen, künftig aus ausländischer Käfighaltung stammen werden. Deswegen fordert die österreichische Geflügelwirtschaft eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft und der Haltungsform bei Lebensmitteln, die Eiern enthalten.
"Österreichische Konsumenten verdienen sich ehrliche Informationen über den Preis und ebenso über die Produktqualität. Nur so können wir das in uns gesetzte Vertrauen auch weiter unter Beweis stellen", betonte ZAG Geschäftsführer Michael Wurzer. (AIZ)
Rückfragehinweise:
DI Michael Wurzer
ZAG - Zentrale Arbeitsgemeinschaft der
Österreichischen Geflügelwirtschaft
Dresdner Strasse 89/19
1200 Wien
t: +43 (1) 334 17 21 - 60
m: +43 (664) 845 30 23
e: wurzer(at)zag-online.at


