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Montag, 02. April 2012

Wlodkowski fordert: Heimische Lebensmittel nicht permanent skandalisieren

© LK-Österreich

Als Reaktion auf die heute, Freitag, von der Umweltorganisation Global 2000 erhobenen Vorwürfe, auch in Hühnerfleisch von vier österreichischen Unternehmen seien antibiotikaresistente Keime festgestellt worden, wehrt sich die Landwirtschaftskammer Österreich gegen falsche Behauptungen und verlangt, dass heimische Lebensmittel nicht permanent skandalisiert werden. Der Geflügelgesundheitsdienst QGV fordert von Global 2000, das gesamte Untersuchungsergebnis zur Verfügung zu stellen.

"Durch vorsätzliches Importieren von Lebensmittelskandalen verschwindet in der Öffentlichkeit die Grenze zwischen berechtigter Sorge und Panikmache", stellte der Präsident der LK Österreich, Gerhard Wlodkowski, fest. Die Folgen seien maximale Verunsicherung der Konsumenten, Kaufzurückhaltung und Millionenschäden für Landwirte und Lebensmittelverarbeiter.

"Das war beim deutschen Dioxin-Skandal so, das hat man beim EHEC-Keim gesehen, und das soll nun beim Geflügel offensichtlich wiederholt werden. Tatsache ist, dass in Österreich Medikamente, wie Antibiotika in Ställen nur auf tierärztliche Verschreibung eingesetzt werden dürfen und nicht vorsorglich, wie in anderen EU-Ländern. Tatsache ist auch, dass die Tiergesundheitsdienste enorm zur Verbesserung der Tiergesundheit beitragen. Und Tatsache ist auch, dass aufgrund internationaler Warenströme Keime von außen in den Stall hineingetragen werden können", argumentiert der LK-Präsident und weist darauf hin, dass bei sauberer Küchenarbeit für die Konsumenten keinerlei Gefahr besteht, da alle Keime bei der Fleischzubereitung abgetötet werden.

Verantwortungslose Spendenmaximierung

Die Bauernvertretung spricht in diesem Zusammenhang auch von einer verantwortungslosen Spendenmaximierung. Wlodkowski: "Dass es sogenannten Aufdeckern nicht um die Sache selbst geht, sieht man an der bewussten Vermischung von Tatsachen, um in der Bevölkerung maximalen Schrecken zu verbreiten und die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Die von selbst ernannten Experten zitierten Toten infolge von Antibiotika-Resistenzen haben nämlich Krankenhauskeime verursacht und nicht die Lebensmittel. Auch die Behauptung, Hühner würden in Österreich präventiv mit Antibiotika gefüttert, ist schlichtweg falsch."
Laut Wlodkowski wurden diese Woche im Tiergesundheitsbeirat die nächsten Schritte für einen optimierten Einsatz von Antibiotika und ein weiter ausgebautes Monitoring beschlossen.

Kein neues Phänomen

Auch der österreichische Geflügelgesundheitsdienst QGV nahm heute zu den Untersuchungsergebnissen eines niederländischen Labors Stellung, das im Auftrag von Global 2000 bei sechs Hühnerfleischproben von vier österreichischen Unternehmen antibiotikaresistente Keime festgestellt haben soll. Die Obfrau des QGV, Martina Glatzl, betonte, dass ein Lebensmittel ? insbesondere wenn es möglichst natürlich sein soll ? niemals vollständig keimfrei sein kann: "Aus diesem Grund müssen die Untersuchungsergebnisse im Detail vorgelegt werden, um ernsthafte Gesundheitsrisiken von unseriöser Panikmache unterscheiden zu können." Glatzl sprach sich ebenfalls gegen voreilige Schlüsse und Vorverurteilungen aus.

Antibiotikaresistente Keime sind laut QGV kein neues Phänomen, sondern ein ernstzunehmendes Thema, mit dem sich die österreichischen Gesundheitsbehörden bereits seit vielen Jahren eingehend beschäftigen, unter anderem durch laufende mikrobiologische Untersuchungen. Die Resistenzsituation bei verschiedenen aus Geflügel isolierten Bakterien ist innerhalb der EU höchst unterschiedlich, wobei sich Österreich nach QGV-Angaben in den meisten Fällen im Mittelfeld befindet.