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Lebensmittelkennzeichnung

Die ZAG setzte sich im Jahr 2009 gemeinsam mit der LK-Ö für eine verpflichtende Kennzeichnung der Haltungsform und Herkunft auf Verarbeitungsprodukten mit Eianteil sowie ebenso für die verpflichtende Kennzeichnung in der Gastronomie ein.

Hintergrund:

Das Österreichische Bundestierschutzgesetz (2005) sieht per 01.01.2009 ein Verbot der konventionellen Käfighaltung in Österreich vor. Die Entscheidung erfolgte (2004) in Übereinstimmung aller Parteien im Parlament und entspricht dem steigenden Bedürfnis der österr. KonsumentInnen hinsichtlich Lebensmitteln aus tiergerechteren Haltungsformen.

Die Kosten für die Umstellung der Betriebe auf Boden-, Bio- und Freilandhaltung belaufen sich bis zum Ende der Umstellung auf Grund einer Hochrechnung der Erzeugergemeinschaft Frischei auf etwa 100 Mil. EUR. Bis auf wenige Ausnahmen hat der österreichische Lebensmitteleinzelhandel 2007 Eier aus konventioneller Käfighaltung ausgelistet und verkauft nur mehr Eier aus Boden-, Bio- und Freilandhaltung.

Die beiden bedeutendsten Qualitätsprogramme für Eier in Österreich, das AMA Gütesiegel und KAT, sehen eine verpflichtende Kennzeichnung der Eier am Betrieb vor. Hinsichtlich Rückverfolgbarkeit ist damit das Ei, mit der verpflichtenden Einzeleikennzeichnung, eines der am besten abzusichernden Lebensmittel.

Wenn mit dem Ausstieg aus der Käfighaltung die Verarbeitungsindustrie und die Gastronomie (Marktanteil ca. 50%) zukünftig kostengünstigere Eier aus Käfighaltung aus anderen EU Mitgliedsstaaten kauft (EU Ausstieg aus Käfighaltung frühestens 2012), dann könnten in Österreich zukünftig bis zu 1 Million Legehennen weniger gehalten werden. (Dez.08: 5,4 Mil.) Die Selbstversorgung bei Eiern liegt dzt. bei 74%, der Grad der Selbstversorgung würde d.h. massiv reduziert werden.



ZAG Forderung:

Bei Frischei im Handel hat der Konsument über die verpflichtende Kennzeichnung am Ei (Herkunft, Haltungsform und LW Betriebsnummer) ganz einfach die Möglichkeit zu überprüfen woher und aus welcher Haltungsform das Ei stammt.

Die konsequente Schlussfolgerung aus Sicht der ZAG ist also, dass der Konsument durch Kennzeichnung von Lebensmitteln mit wertbestimmendem Eianteil auch bei Verarbeitungsprodukten und in der Gastronomie die freie Wahl bekommen muss.

Eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft & Haltungsform bei Verarbeitungsprodukten bzw. in der Gastronomie würde demzufolge bewirken:

- den eingeschlagenen Weg (Verbot der Käfighaltung) konsequent fortzusetzen
- dem Konsumenten nicht nur beim Schalenei selbst die Möglichkeit geben zu
  entscheiden
- die tierfreundlicheren Haltungen von Legehennen im Sinn des Konsumenten in
  Österreich fördern
- Österr. Bauern unterstützen, die erst vor Kurzem durch den vorgegebenen
  Ausstieg  aus der Käfighaltung große Investitionen durch Stallneubauten
  getätigt haben
- Verringerung von saisonalen Angebot- und Preisschwankungen im Sinn der
  Konsumenten und der Produzenten
- Neue Betriebe können in die Legehennenhaltung in Österreich einsteigen und
  erwirtschaften Wertschöpfung in Österreich.

Ebenso wird in Verarbeitungsprodukten die das AMA Gütesiegel tragen von der ZAG die verpflichtende Verwendung von österreichischen Eiern aus dem AMA Gütesiegel und OVUM Programm gefordert.



Status Dezember 2009:

Seitens ÖVP, SPÖ und Grüne, Arbeiterkammer und Tierschutz, ebenso wie durch das BMLFUW und das BMG gibt es für diese Forderung der ZAG und der LK-Ö 2009 großes Verständnis und Unterstützungszusagen. Seitens der ZAG werden diesbezüglich Presseaussendungen verfasst und verschiedene Lobbying Gespräche geführt. Befürwortende Presseaussendungen kommen auch von Tierschutzorganisationen, von den Grünen und der SPÖ, aber auch von der LK-Ö. Blockiert wird eine Regelung von der WKO.

Die ZAG wird die verpflichtende Kennzeichnung der Haltungsform auf Lebensmittel weiter massiv einfordern und das große mediale Interesse am Ausstieg aus der Käfighaltung und am Thema Ostereier nützen um die Botschaften entsprechend zu platzieren.